Bildgrößen und Formate für Immobilienportale
Ein gutes Objektfoto kann auf dem Portal trotzdem enttäuschen, wenn Größe, Seitenverhältnis oder Kompression nicht passen. Wer die Vorgaben kennt, vermeidet abgeschnittene Motive und matschige Vorschaubilder.
Seitenverhältnis-Grafik: ein Hochformat mit falschem Portalzuschnitt neben einem korrekten 4:3, dazu ein Kompressionsvergleich.
Die häufigste Ursache für schlecht wirkende Portalfotos ist nicht die Kamera, sondern das falsche Seitenverhältnis. Die großen Immobilienportale zeigen Bilder im Querformat, meist um 4 zu 3, und schneiden alles andere hart zu. Wenn Sie ein Hochformat oder ein extrem breites Panorama hochladen, entscheidet der Automatismus des Portals, welcher Teil sichtbar bleibt, und der trifft selten Ihre Absicht. Fotografieren und schneiden Sie deshalb im Querformat, und lassen Sie am Rand etwas Luft, damit ein automatischer Beschnitt nicht das Wichtigste kappt.
Bei der Auflösung gilt ein einfaches Prinzip: lieber zu groß hochladen als zu klein. Die Portale rechnen große Bilder selbst auf ihre Anzeigegrößen herunter, und das Ergebnis ist fast immer besser, als wenn Sie ein kleines Bild hochskalieren. Eine lange Kante von rund 2000 bis 2500 Pixeln ist für die meisten Portale ein guter Zielwert. Damit sieht das Foto in der großen Detailansicht scharf aus und bleibt gleichzeitig handlich in der Dateigröße.
Das richtige Dateiformat ist für Fotos JPEG. Es ist überall kompatibel und komprimiert Fotos effizient. PNG ist für Screenshots und Grafiken mit klaren Kanten gedacht und macht Objektfotos unnötig groß, ohne sichtbar besser auszusehen. Modernere Formate wie WebP sind sparsamer, werden aber nicht von jedem Upload-Formular zuverlässig akzeptiert. Für den täglichen Portal-Upload sind Sie mit gut eingestelltem JPEG auf der sicheren Seite.
Bei der Kompression liegt die Kunst in der Mitte. Zu starke Kompression erzeugt sichtbare Blöcke und Artefakte, besonders an glatten Wänden und im Himmel. Zu wenig Kompression bläht die Datei auf und verlangsamt das Laden. Eine JPEG-Qualität um 80 Prozent ist ein bewährter Kompromiss, bei dem die Datei klein bleibt und das Auge keinen Verlust bemerkt. Achten Sie besonders auf große einfarbige Flächen, denn dort werden Kompressionsfehler zuerst sichtbar.
Denken Sie an den Unterschied zwischen Bildschirm und Print. Das Exposé als PDF oder gedruckte Mappe braucht mehr Auflösung als die Portalanzeige, weil Druck feiner auflöst als ein Monitor. Wenn Sie Ihre Fotos gleich in ausreichender Größe vorhalten, können Sie fürs Portal herunterrechnen und fürs Print die volle Auflösung nutzen, ohne zweimal zu fotografieren. Umgekehrt funktioniert es nicht: Ein kleines Portalbild wird im Druck nie scharf.
Ein oft vergessener Punkt sind die Dateinamen und die Reihenfolge. Viele Portale sortieren Bilder nach Dateiname, und das erste Bild wird zum Titelbild, das über den Klick entscheidet. Benennen Sie Ihre Bilder deshalb mit führenden Zahlen wie 01, 02, 03, und stellen Sie das stärkste Motiv, meist die Fassade oder der Wohnbereich, an die erste Stelle. Ein starkes Titelbild in korrekter Größe bringt mehr Klicks als zehn gute Bilder in falscher Reihenfolge.
Zum Schluss ein Wort zur Bearbeitung: Zuschnitt, Belichtung und Farbkorrektur sind völlig unkritisch und gehören zur normalen Aufbereitung. Sobald Sie aber Bildinhalte generativ verändern, etwa Räume virtuell möblieren, gilt seit August 2026 eine Kennzeichnungspflicht. Halten Sie die technische Aufbereitung und die inhaltliche Veränderung sauber auseinander, dann sind Ihre Portalbilder scharf, schnell geladen und rechtlich sauber.